Claudia Schultz Lebt mit ihrer Familie seit 13 Jahren in Heuweiler. Initiatorin der Sportwoche Heuweiler und bei der AG Neubürger ehrenamtlich tätig, außerdem engagiert sie sich bei der Frauenliste Heuweiler.

Claudia Schultz im Gespräch mit der Badischen Zeitung

Claudia Schultz im Gespräch mit der Badischen Zeitung

BZ: Frau Schultz, Sie und Ihre Mitstreiter wollen mehr Klimaschutz in Heuweiler. Wie soll das genau aussehen?

Wir wollen uns gemeinsam auf den Weg machen. Die großen globalen Veränderungen durch die Klimaerwärmung fordern jeden Einzelnen zum Handeln auf. So hoffen wir, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger angesprochen fühlen. Die Veranstaltung am Freitag soll sozusagen eine „Auftaktveranstaltung“ sein. Es ist ein Prozess in unserem Dorf, den wir anstoßen wollen und gemeinsam weiter vorantreiben. Zunächst geht es um motivieren, diskutieren und informieren mit den eingeladenen Experten und dem Bürgermeister. Die Themen der Bürger wollen wir sammeln und aufbereiten. Diese Themen wollen wir dann in den Gemeinderat bringen und auch in die Hände engagierter Gruppen legen.

BZ: Was können die Bürgerinnen und Bürger Heuweiler dafür tun?

Ich habe den Eindruck, dass aktuell eine Aufbruchstimmung herrscht und viele Menschen sich bemühen, ihren CO2 Fußabdruck auf dieser Erde zu verringern. Dabei wollen wir alle unterstützen. Es hat keinen Sinn mit dem erhobenen Zeigefinger auf Verzicht zu pochen. Wir wollen gemeinsam die dringend notwendigen Veränderungen in Gang bringen. Wir suchen Lösungen für Heuweiler für den Verkehr/Mobilität, Gebäude/Energie und Haushalt, sowie für die Landwirtschaft und das Gewerbe. Dafür gibt es gute Ideen und weitere Vorschläge kommen hoffentlich an dem Abend noch zustande. Unsere Anliegen sind: das Fahrradfahren attraktiver gestalten, um das Autofahren zu minimieren, mehr carsharing. Bei den Gebäuden sind es umweltfreundliches Heizen, der Einsatz von erneuerbaren Energien, z.B. Solarthermie und Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Haus. Gute Wärmedämmung der Häuser. Dazu zählen natürlich auch die gemeindeeigenen Gebäude. Die Sanierung des Schulgebäudes steht gerade an. Man kann sich Gedanken machen über Wärmenetze, große Solar-/Windkraft-/Biogasanlagen z. B. als Bürgergenossenschaft. Bei zukünftigen Neubauten wäre eine Verpflichtung zum Bau von Null- oder Plusenergiehäusern sinnvoll. Jeder Einzelne und die Gemeinde kann einen Stromanbieter mit ausschließlich Ökostrom wählen, Müll vermeiden, effiziente Haushaltsgeräte, weniger Fleisch essen, lokale Erzeuger unterstützen, Bio-Lebensmittel, weniger fliegen und und und

BZ: Welche Aktionen haben Sie geplant?

Als weitere Aktivitäten planen wir im Frühsommer 2020 einen Klimaschutztag. Dafür wollen wir an einem Sonntag die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Heuweiler und Gundelfingen autofrei machen. Gemeinsam mit Gundelfinger Gruppen, dem BUND, den Schulen und anderen Organisationen sollen entlang der Straße viele Aktionen zum Thema Klimaschutz stattfinden. Auch der Dorfflohmarkt wird an diesem Tag auf der Straße veranstaltet werden. Gebrauchte Sachen kaufen und verkaufen ist auch ein wichtiger Beitrag zum Schonen der Ressourcen. Anfang nächsten Jahres planen wir die Ergebnisse der Ideensammlung vom Freitag dem Gemeinderat in einer Sitzung vorzustellen und deren Umsetzung zu diskutieren.

BZ: Wer soll zum Vortragsabend kommen?

Wir wünschen uns, dass sich alle angesprochen fühlen. Alt und jung, neue und alteingesessene Heuweilemer, einfach alle. Außerdem hoffen wir sehr, dass sich die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen bei dem Thema engagieren.