Anne Dittrich Wohnt seit 2019 mit ihrer Familie in Heuweiler. Seit 2020 im Vorstand der Bürgerrunde. Soziologin, erfahren in erneuerbaren Energien und Klimaschützerin im Kleinen.

Interview mit der BZ

Interview mit der BZ

Frau Steinhart von der BZ hat vor einigen Tagen ein schriftliches Interview mit dem Vorstand der Bürgerrunde geführt. Abgestimmt im Vorstand hat Anne die Fragen beantwortet. Das Interview wird voraussichtlich am 4.1.2021 in der BZ veröffentlicht.

Was plant die Bürgerrunde im neuen Jahr für die Bevölkerung von Heuweiler? Gibt es für 2021 ein reduziertes Programm wegen Corona?

Der Vorstand der Bürgerrunde hat sich entschieden, in Bezug auf die Corona-Pandemie dem Motto “man muss nicht alles machen, was erlaubt ist“ zu folgen. Konkret bedeutet dies, dass wir aktuell keine Indoor-Veranstaltungen für das Jahr 2021 geplant haben. So lange es die aus unserer Sicht notwendigen und sinnvollen Beschränkungen gibt, lassen wir die Planungen ruhen. Sollte sich abzeichnen, dass zum Beispiel in der zweiten Hälfte des Jahres wieder gefahrlos Veranstaltungen möglich sind, sollen gewohnte Formate wieder aufleben – Konzerte, Ausstellung, Dorfkino, Vorträge, Flohmarkt…

In der Zwischenzeit läuft die Aktion Dorfgeschichte(n) in Zeiten von Corona. Auf diesem Weg soll eine kleine Chronik der Corona-Zeit in Heuweiler entstehen, zunächst als digitale Ausstellung auf unserer Website, später vielleicht auch auch als Live-Veranstaltung. Jeder ist herzlich eingeladen, Beiträge einzureichen!

Welche Aktionen werden in 2021 weitergeführt, die in diesem Jahr angestoßen wurden?

Auf jeden Fall werden wir am Thema Radinfrastruktur dranbleiben, allein die vielen Unterschriften der Bürger für diese Sache sind Auftrag genug, hier nun am Ball zu bleiben. Wir freuen uns über den Beschluss des Gemeinderates, nach vielen Jahren nun endlich ein Konzept erstellen zu lassen und hoffentlich zeitnah auch zur Umsetzung zu bringen. Wir sind auch ein kleines bisschen stolz darauf, dass dies auf unsere Initiative hin passiert.

Des Weiteren wollen wir im ersten Halbjahr eine Lastenradstation in Heuweiler etablieren. Dort soll dann mindestens ein Lastenrad kostenlos für jedermann/-frau ausleihbar sein – für den Einkauf, den Wochenendausflug oder die CO2-freie Tour zum Baumarkt. Dafür werden wir Anfang 2021 eine Crowdfunding-Aktion starten. Neben dem anzuschaffenden Rad, brauchen wir Mittel für einen Stellplatz, ein gutes Schloss und Rücklagen für Reparaturen und Strom.

Eine neu entstandene Arbeitsgruppe aus zwei Mitgliedern der Bürgergenossenschaft und drei der AG „Klima und Mobilität“ wird in 2021 weiter an einem (groben) Mobilitätskonzept für Heuweiler und für den renovierten Altsvogtshof arbeiten. Hier geht es um die Einbeziehung aller Verkehrsmittel und aller Verkehrsteilnehmer*innen. Vor allem sollen Maßnahmen für den Ort und das neue Wohngebäude diskutiert werden, die Heuweiler stärker vom ruhenden und fahrenden KFZ-Verkehr entlasten sowie die Möglichkeit einer (Klein-)Buslinie zwischen Heuweiler und Gundelfingen (Hinterheuweiler bis Bahnhof/Straßenbahnendhaltestelle Gufi) erörtert und Lösungsmöglichkeiten vorschlagen werden. Den Bedarf für eine solche Buslinie sehen 81% der befragten Haushalte Haushaltsbefragung 2020.

Alternative Mobilitätskonzepte sind aber bei weitem nicht der einzige Schlüssel zu mehr Klimafreundlichkeit in Heuweiler und so wird die AG „Klima und Mobilität“ im Januar das nächste Schwerpunktthema für 2021 festlegen, was wir mit Aktionen und gern gemeinsam mit dem Gemeinerat in 2021 voranbringen wollen. Ideen und Anregungen haben wir von den Heuweilemern im Rahmen unserer Auftaktveranstaltung vor einem guten Jahr reichlich bekommen.

Was wäre noch wichtig für 2021? Was glauben Sie persönlich, können die von Ihnen geplanten Aktionen durchgeführt werden?

Eines konkret dazu: Unserer Vereinskollegin Susanne Rutgers hat Zugezogene eigentlich immer mit einem persönlichen Besuch willkommen geheißen und Tipps rund um das Dorfleben gegeben. Das geht aktuell natürlich nicht, wir würden aber zumindest gern allen Neubürgern unsere Dorfbroschüre zukommen lassen. Wer also in den letzten Monaten und natürlich auch im neuen Jahr neue Nachbarn bekommt, sei herzlich aufgerufen, eine kleine Mail an die Bürgerrunde zu schreiben, wir stellen dann eine Broschüre zu.

Ansonsten sind wir wie gesagt aktuell zumindest bei Formaten, die auf persönliche Kontakte setzen, sehr zurückhaltend. Wir haben aber im Laufe des Jahres Formen gefunden, wie wir uns als Aktive im Verein trotzdem austauschen und Dinge voranbringen können. Auch wenn wir uns alle schon wieder sehr darauf freuen, wieder einmal persönlich am Lagerfeuer oder bei einem Gläschen Wein unsere Aktionen zu besprechen, geht es auch in Videokonferenzen und per Mail produktiv und lustig zu. Aufhalten lassen wir uns von Corona nicht!